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Wie sich Bürger gegen Cyberkriminelle schützen können

27. März 2019

Private Computernutzer nutzen bereits vielfältige Möglichkeiten, um nicht Opfer von Cyberkriminellen zu werden. Dennoch sind laut einer repräsentativen Befragung, die im Auftrag des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) vor Kurzem durchgeführt wurde, letztes Jahr 46 Prozent Opfer von Schadprogrammen gewesen. Die Experten der Bitkom haben diesbezüglich sechs Tipps veröffentlicht, wie Bürger ihre IT-Sicherheit erhöhen können.

Die meisten Bürger sind sich der Risiken einer PC- und Internetnutzung bewusst und haben entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. So setzen nur ein Prozent der privaten Computernutzer keine IT-Schutzprogramme ein. Dennoch war letztes Jahr nur jeder Zweite nicht von einem Schadsoftwarebefall betroffen.

Dies belegt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstitut für digitale Themen Bitkom Research, die im Auftrag des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) durchgeführt wurde. Im Detail wurden 1.120 PC-Nutzer ab 16 Jahren telefonisch befragt, welche Sicherheitsprogramme oder -maßnahmen sie auf ihrem privat genutzten Computer einsetzen und inwieweit sie in den letzten zwölf Monaten Opfer von Schadsoftware wurden.

Fast jeder Zweite hatte 2018 Probleme durch Schadsoftware

Konkret gaben 84 Prozent der Befragten an, dass sie ein Virenschutzprogramm auf ihrem Computer installiert haben, 65 Prozent haben eine Firewall aktiviert und jeder Vierte setzt bereits einen Anonymisierungsdienst ein. Mehr als zwei von zehn Computernutzern haben die Kamera an ihrem PC abgedeckt, 17 Prozent verwenden eine Passwortmanager-Software und 16 Prozent ein zusätzliches Datenverschlüsselungs-Programm, allerdings nur neun Prozent für die Verschlüsselung von E-Mails.

Insgesamt gaben nur ein Prozent der Befragten an, ihren Computer nicht mittels irgendeiner Schutzsoftware abzusichern. Dennoch erklärten 46 Prozent der Befragten, dass sie letztes Jahr Opfer von mindestens einer Schadsoftware geworden sind.

„Die gängigsten Betriebssysteme und Office-Anwendungen sind nach wie vor beliebte Einfallstore für Schadprogramme“, betont diesbezüglich Dr. Nabil Alsabah, Bitkom-Bereichsleiter für IT-Sicherheit. Er verdeutlicht: „Unentdeckte Sicherheitslücken können sich in der besten Software verstecken.“ Alsabah rät daher: „Mit einfachen Maßnahmen kann sich jeder Nutzer gut schützen. Virenschutzprogramme und Firewalls sind die Grundausstattung. Nutzer sollten Software-Updates umgehend installieren, denn Sicherheitslücken entstehen meist durch Programmierfehler.“

Sechs Expertentipps für eine bessere IT-Sicherheit

Experten der Bitkom verweisen zudem auf folgende sechs Tipps, die jeder Nutzer eines heimischen PCs berücksichtigen sollte, um seine IT-Sicherheit zu maximieren:

  • „Komplexe Passwörter nutzen: Das Passwort sollte mindestens acht Zeichen lang sein und sowohl Groß- und Kleinbuchstaben als auch Ziffern und Sonderzeichen enthalten. Das Passwort sollte kein Begriff sein, der sich im Wörterbuch finden lässt. Außerdem sollte es keinen Bezug zum beruflichen oder privaten Umfeld haben: Weder Geburtsdaten noch Lieblingsromane oder Namen der Kinder sind sichere Passwörter.
  • Passwort-Manager als Kennwort-Tresor einsetzen: Für unterschiedliche Dienste sollte man auch unterschiedliche Passwörter nutzen. Passwort-Manager generieren komplexe Passwörter und heben diese sicher auf. Merken muss man sich nur noch ein Generalpasswort.
  • Mehr-Faktor-Authentifizierung nutzen: Wird die Zwei-Faktor-Authentifizierung angeboten, sollte man sie nutzen: Beim Einloggen gibt man sein Passwort ein. Daraufhin bekommt man eine TAN per SMS. Nur wenn sowohl das Passwort als auch die TAN stimmen, wird man eingeloggt.
  • Regelmäßig Updates fahren: Sicherheitslücken sind meist Programmierfehler, durch die sich Viren und Schadsoftware Zugang zu den Daten verschaffen. Sicherheitsupdates schließen diese Lücken. Deshalb sollte man sie schnellstmöglich installieren. Wenn Programme Updates automatisch einspielen können, sollte man das in den Einstellungen aktivieren.
  • Vorsicht bei dubiosen Mails und Anfragen: oberstes Gebot – den gesunden Menschenverstand nutzen. Banken und andere Unternehmen bitten ihre Kunden nie per E-Mail, vertrauliche Daten im Netz einzugeben. Diese Mails sind am besten sofort zu löschen. Das Gleiche gilt für E-Mails mit unbekanntem Dateianhang oder verdächtige Anfragen in sozialen Netzwerken.
  • Informationen ernst nehmen und handeln: Wenn über Sicherheitslücken, Hacks oder ähnliche Vorfälle berichtet wird, sollten Nutzer handeln. Um an Informationen zu kommen, können Nutzer beispielsweise Apps wie das Sicherheitsbarometer von Deutschland sicher im Netz e.V. (DSIN) einsetzen. Wichtig ist: aktiv werden! Sicherheit lebt vom Mitwirken aller.“

Für einen optimierten IT-Rundumschutz

Ausführliche Hinweise und Erklärungen zu den Themen sicheres Passwort, Passwortmanager, Zwei-Faktoren-Authentifizierung und Updates gibt es im Webportal des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Das BSI und auch die DSIN geben auf ihren Webauftritten zudem weitere hilfreiche Tipps, wie sich die IT-Sicherheit insgesamt, also nicht nur bei der Verwendung eines Computers, sondern auch eines Smartphones sowie bei der Nutzung von WLAN und Internet insgesamt optimieren lässt. Das BSI betont jedoch auch, dass es „einen hundertprozentigen Schutz leider nicht gibt, auch keinen hundertprozentigen Geräteschutz“.

Daher ist es wichtig zu wissen, dass einige Versicherer auch einen Versicherungsschutz bei Schäden, die man durch Cyberkriminelle erleidet, anbieten. Schadenersatz oder sonstige Hilfen, wie die Kostenübernahme von Rechtsanwälten oder anderen notwendigen Experten, gibt es je nach Versicherer zum Teil im Rahmen eines Hausrat-, Privathaftpflicht- und/oder Rechtsschutz-Versicherungspolice oder in Form einer separaten Cyberversicherung. Mehr Informationen darüber können beim Versicherungsvermittler erfragt werden.

(Text: verpd / Bildquelle: pixabay)

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