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Sicher mit dem Motorrad unterwegs

1. April 2019

Wer nach langer Winterpause wieder auf sein Motorrad steigen will, sollte nicht nur darauf achten, dass sein Krad sicher und startklar ist, sondern auch, dass er selbst wieder fit ist, um kein unnötiges Unfallrisiko einzugehen.

Zwar nimmt die Zahl der jährlich bei Verkehrsunfällen verletzten oder getöteten Motorradfahrern seit Jahren ab, wie die Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen. Dennoch waren auch in 2017 – neuere Daten liegen noch nicht vor – bei insgesamt 28.120 Motorradunfällen mit Personenschäden 29.180 verletzte Biker zu beklagen, davon sind 583 durch den Unfall gestorben.

Statistisch gesehen ist zudem das Risiko eines Bikers, bei einem Unfall verletzt oder getötet zu werden, deutlich höher als bei Autofahrern. Während in 2017 je 100.000 zugelassene Pkws drei Fahrer oder Insassen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen und 500 verletzt wurden, waren es pro 100.000 Motorräder mit amtlichen Kennzeichen fast 700 verletzte und 14 getötete Biker und Mitfahrer.

Die Unfallursachen

Destatis begründet dieses erhöhte Unfallrisiko wie folgt: „Kraftradfahrer sind bei einem Unfall nahezu ungeschützt. Das noch größere Risiko für Kraftradnutzer mit amtlichen Kennzeichen, bei einem Unfall tödlich verletzt zu werden, resultiert daraus, dass mit einem Kraftrad wesentlich höhere Geschwindigkeiten gefahren werden als mit einem Kleinkraftrad. Demzufolge sind die Unfallfolgen oft schwerer.“ Von je 100.000 Kleinkrafträder mit Versicherungskennzeichen kamen in 2017 drei Nutzer bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Alleine von April bis September, also in der Kernzeit der Motorradsaison, ereigneten sich fast drei Viertel aller Motorradunfälle mit Verletzten oder Getöteten. Bei mehr als zwei Dritteln aller schwerer Motorradunfälle mit Personenschäden lag auch ein Fehlverhalten des Bikers vor.

Bei mehr als jedem zweiten schweren Bikerunfall war der beteiligte Motorradfahrer der Hauptverursacher. Mehr als jeder fünfte schwere Motoradunfall ist auf eine nicht angepasste Geschwindigkeit, jeder elfte auf einen zu geringen Abstand zu anderen und jeder 14. auf Fehler beim Überholen zurückzuführen. Bei mehr als 240 Motorradunfällen mit Personenschäden hatten technische Mängel an den beteiligten Motorrädern den Unfall verursacht.

Fit für die erste Ausfahrt im Jahr

Gerade zu Beginn der Motorradsaison besteht eine hohe Gefahr, dass man durch die mangelnde Fahrroutine in den letzten Wochen und Monaten Fahrfehler begeht. Daher ist es für alle nach dem Winter wichtig, sich mit dem Bike wieder vertraut zu machen. Anfahr-, Brems- und Lenkübungen sowie das mehrmalige Abstellen des Bikes beispielsweise auf einem Übungsplatz helfen dabei.

Empfehlenswert sind auch Sicherheitstrainings, bei denen Kradfahrer unter Anleitung das sichere Kurvenfahren, Überholen und Bremsen ausgiebig üben können. Eine Zusammenstellung von Anbietern von Fahrsicherheits-Trainings für Biker gibt es online beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR).

Des Weiteren sollten die ersten Touren nach Angaben von Motorradprofis nicht zu lang sein. Zudem sind Stadtstrecken oder anspruchsvolle Landstraßen am Anfang der Saison nicht zu empfehlen, da sicheres Motorradfahren auch eine Frage der Kondition und der Übung ist. Da viele Autofahrer gerade im Frühjahr noch nicht mit Motorrädern im Straßenverkehr rechnen, sollten Biker besonders aufmerksam sein und beispielsweise auch am Tag, egal ob bei Sonnenschein oder Regen, mit Abblendlicht fahren, um besser gesehen zu werden.

Von der richtigen Schutzkleidung …

Prinzipiell wichtig ist eine sichere Ausrüstung, also eine gute, funktionale Schutzkleidung inklusive Handschuhen und Stiefeln – am besten in hellen Farben und Reflektoren, um besser von anderen wahrgenommen zu werden –, sowie ein Helm, der den Sicherheitsstandards genügt. Vor jeder Fahrt und insbesondere vor der ersten Ausfahrt zu Beginn einer Motorradsaison ist es unerlässlich, die sicherheitsrelevanten Motorradteile auf Funktionstüchtigkeit beziehungsweise Verkehrssicherheit zu kontrollieren.

Zu prüfen ist beispielsweise, ob die Lichter wie Scheinwerfer, Schlusslicht, Bremslicht und Blinker funktionieren und ob die Reifen in Ordnung sind, also keine Risse oder sonstigen Beschädigungen aufweisen und noch genügend Luftdruck haben. Die Reifen müssen zudem mindestens 1,6 Millimeter Profil – besser mehr – besitzen. Des Weiteren sind die Bremsen, die Lenkung und der Not-Aus-Schalter auf Funktionsfähigkeit zu kontrollieren.

Unter anderem ist hierbei darauf zu achten, dass die Dicke der Bremsklötze sowie die Menge, Farbe und Konsistenz der Bremsflüssigkeit in Ordnung sind und die Bremsschläuche nicht porös sind. Die Lenkung darf weder ein Lenkspiel aufweisen noch bei normalem Lenkverhalten ruckartige Lenkbewegungen verursachen.

… bis zum startklaren Bike

Auch den Pegelstand der anderen Flüssigkeiten, wie Motoröl und Kühlflüssigkeit, sowie die Dichtheit aller flüssigkeitsführenden Leitungen wie Brems- und Benzinleitung gilt es nachzuprüfen.

Darüber hinaus sollte die Antriebskette die nötige Spannung und Schmierung aufweisen. Auch ein kurzer Blick auf die Prüfplakette kann nicht schaden. Denn wenn die nächste Hauptuntersuchung (HU) bereits überfällig ist, kostet dies unter Umständen ein Bußgeld und ab acht Monaten auch einen Punkt im Flensburger Fahreignungsregister. Einige Motorradwerkstätten bieten auch einen Frühjahrscheck für Bikes an, bei dem festgestellte Mängel gleich behoben werden.

Weitere Sicherheitsratschläge für Motorradfahrer enthält unter anderem die vom DVR und vom Institut für Zweiradsicherheit e.V. (IfZ) herausgegebene und kostenlos herunterladbare Broschüre „Motorradfahren gut und sicher“. Beim IfZ gibt es zudem noch weitere Ratgeber zum Thema, wie die Broschüren „Gefährliche Begegnungen“, „Team Touring – Gruppenerlebnis und Motorradreisen“, „Motorradbekleidung von Kopf bis Fuß“, und „Young & Safe“.

(Text: verpd / Bildquelle: pixabay)

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